Fairer Handel: Musterstand macht kleine Gruppen zu Profis

Der Musterstand aufgebaut und in Aktion

Seit Jahren engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Erzdiözese Bamberg in lokalen Aktionsgruppen vor Ort für den Verkauf von fair gehandelten Produkten. Dass allerdings oft eine professionelle Umsetzung aktueller Verkaufsstandards samt adäquater Produktpräsentation fehlt, ist eines der wichtigsten Ergebnisse einer Pilotstudie über den Fairen Handel im Erzbistum Bamberg, die Andreas Schneider 2004 erstellt hat.

 

Auch wenn mittlerweile große Supermarktketten im Einzelhandel ein kleines Produktsortiment aus dem Bereich fair gehandelter Waren anbieten, spielen die Aktionsgruppen in den Gemeinden immer noch die zentrale Rolle in der Verbreitung der fair gehandelten Produkte und der Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten. „Die Auswertung der Studie hat uns damals alle erstaunt“ berichtet Schneider. „Positiv überrascht waren wir, dass 70 % der 330 befragten Gemeinden im Bistum den Verkauf von fair gehandelten Produkten aktiv betreiben, auch wenn der Grad der Regelmäßigkeit der Verkaufsaktionen regional stark variiert. 44 % der Gemeinden bieten immerhin fair gehandelten Kaffee im Ausschank an, jedoch nur 21 % davon regelmäßig“, bilanziert er.

 

Andererseits fehlt den ehrenamtlich tätigen Gruppen die Professionalität, welche die Weltläden bereits vor Jahren vollzogen haben. Verbunden mit Marketingkampagnen erarbeiten daher die beiden Referenten des Projekts „Fairer Handel im Erzbistum“ nun konkrete Verbesserungsmöglichkeiten für den Verkauf fair gehandelter Produkte in den Aktionsgruppen vor Ort. Beispielhaft wird getestet, was sich als nützlich, funktional und praktisch umsetzbar erweist und was nicht.

 

Das Konzept „Musterstand“ bildet den Auftakt. In einem Verkaufsleitfaden haben Mirjam Elsel und Andreas Schneider die notwendigen Schritte für eine ansprechende und qualifizierte Produktpräsentation im Rahmen eines mobilen Verkaufstandes zusammengetragen. Angefangen bei den Grundsätzen zur optimalen Standgestaltung einschließlich ansprechender Warenpräsentation, die Kosten und Finanzierung eines Musterstandes,  Sortimentsempfehlungen über allgemeine Tipps für die Verkaufs- und Kommissionsgruppen hin zu Informationsmaterialien und Adressen rund um den Fairen Handel: Schritt für Schritt beschreibt der Leitfaden anschaulich und konkret den Weg hin zu einer optimalen und zeitgemäßen Standgestaltung.

 

Mit Schreiner Helmut Großmann auf Burg Feuerstein wurden funktionale Module aus Birkenholz entwickelt, die  momentan noch in der Testphase erprobt werden. Im Handumdrehen werden aus praktischen Transportkisten in Sekundenschnelle dekorative Präsentierflächen. Die Module sollen patentiert werden. Im Februar wurde auf Burg Feuerstein der Musterstand präsentiert. Weitere Präsentationen sind geplant. Mittlerweile hat das Fairhandelshaus Gepa Interesse an dem Projekt gezeigt. Mit ihrer Arbeit auf Bundesebene ist sie zu weit weg von dem direkten Verkauf vor Ort und sieht in dem Projekt einen kompetenten Partner für die Zukunft.  

 

Kontakt: Projekt Fairer Handel, Diözesanstelle des BdkJ, Kleberstraße 28, 96047 Bamberg, Tel. (0951) 2999663, E-Mail: projektfairerhandel(at)eja-bamberg.de