Leihgroßeltern

 

 

Dass mehrere Generationen einer Familie unter einem Dach oder auch nur im selben Ort leben, wird immer seltener. Oft wohnen die Großeltern weit entfernt von den Enkeln – oder sie haben gar keine. Doch viele Seniorinnen und Senioren wünschen sich Kontakt zu Kindern und jüngeren Menschen. Umgekehrt vermissen viele Familien die Unterstützung durch Oma und Opa. Im Nürnberger Land springen nun Leihgroßeltern in die Bresche.

 

Acht Leihomas und zwei Leihopas haben sich bereits gefunden. Jede und jeder von ihnen besucht eine eigene Familie – wie richtige Großeltern. Die Leihoma oder der Leihopa springt bei Anlässen ein, bei denen Großeltern in der Regel ihre Hilfe anbieten: wenn die Mutter wichtige Termine hat oder Besorgungen erledigen muss, bei denen sie die Kinder nicht mitnehmen kann; wenn Mutter oder Vater einmal länger arbeiten muss, wenn die Eltern zusammen ausgehen wollen. Oder wenn die Kinder sich mal wieder einen Besuch von Oma oder Opa wünschen. Dann wird vorgelesen, gespielt, gesungen, erzählt oder gebastelt. Oder die Oma geht mit den Kindern spazieren oder auf den Spielplatz.

 

„Die Leihgroßeltern sind kein Ersatz für Babysitter oder gar den Kindergarten,“ betont Angela Henke, die Initiatorin der Aktion. Die Leihoma sei nicht dazu da, den Eltern die Berufstätigkeit zu ermöglichen, und sie solle auch nicht im Haushalt helfen. Als wichtiges Ziel der Aktion sieht Angela Henke, Kindern wie Senioren die Erfahrung zu ermöglichen, „Familie zu haben“ und Kontakt zu anderen Generationen zu bekommen.

 

Die Leihgroßeltern sind der Beitrag des Kreisseniorenbeirats, dessen stellvertretenden Vorsitz Angela Henke innehat, zum Bündnis für Familien im Landkreis Nürnberger Land. Als Vorsitzende des Kreis-Caritasverbandes hat Henke auch für eine professionelle Unterstützung der Aktion gesorgt: durch die Erziehungs- und Jugendberatungsstelle von Caritas und Diakonie. Von deren Mitarbeitern erhalten die Leihgroßeltern eine Einführung. Bei ihnen können sie sich auch Rat holen, wenn es mal Schwierigkeiten mit den Kindern oder der Familie gibt.